Smallworld GIS – Mit modernster Technologie in die Zukunft
Mit der Nutzung offener Technologien wie Java und PostgreSQL läutet das Smallworld GIS die nächste Stufe seiner Erfolgsgeschichte ein. Zusammen mit der hohen Skalierbarkeit und Fachlichkeit bestätigt es damit einmal mehr seine Stellung als modernes und bestes Geoinformationssystem im Bereich der Energie-, Wasser- und Telekommunikationswirtschaft. Ein Betrieb in der Cloud schafft zusätzlichen Nutzen für Netzbetreiber.
Die Vorzüge des Smallworld GIS sind seit langem bekannt: Im Kern steht die leistungsstarke Datenbank, die selbst komplexeste Netzstrukturen mit Millionen Objekten mühelos topologisch korrekt abbildet. Dabei ermöglicht eine Versionsverwaltung auf Basis des Datenbank-Alternativenkonzeptes beliebig vielen Anwendern ein gleichzeitiges, konfliktfreies Arbeiten bei der Planung, Erfassung und Aktualisierung ihrer Netzdaten. In Kombination mit den ausgereiften Standarddatenmodellen für die einzelnen Sparten erzielen Smallworld-Anwender schnell produktive Ergebnisse. Der große Funktionsumfang dieser Standardfachschalen (Smallworld NRM – Network Resource Manager und Smallworld Network Inventory) wird zusammen mit einer starken User Group kontinuierlich weiterentwickelt. Insbesondere neue Kunden profitieren davon und Endlosschleifen, wie sie häufig bei GIS-Einführungsprojekten zu beobachten sind, gibt es mit Smallworld und den NRMs nicht.
Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Integrationsfähigkeit. Damit nimmt das Smallworld GIS, als primäre Datenhaltung für das Unternehmenskapital (den Assets) in der IT-Infrastruktur der Netzbetreiber eine zentrale Stellung ein. Über direkte Schnittstellen wie z. B. dem Smallworld Business Integrator (SBI) oder servicebasiert mit dem Geospatial Server (GSS) integriert es die Assets mit anderen unternehmenskritischen Anwendungen.
Zukunftsfähige Basis für die Cloud
Durch Nutzung der aktuellen Java-Plattform deckt Smallworld bereits seit mehreren Jahren die Anforderungen an eine moderne Systemarchitektur und an hohe Sicherheitsstandards ab. Mit der Version 6.0 wird die Smallworld-Datenbank durch den optionalen Wechsel auf den Industriestandard PostgreSQL auf eine neue zukunftsfähige Ebene gehoben. In Kombination mit der bewährten Versionsverwaltung erreicht Smallworld einen weiteren Meilenstein und schafft die Voraussetzungen für einen noch effizienteren Betrieb des GIS in einer Cloud, der vermehrt nachgefragt wird. Die großen Vorteile der Smallworld-Architektur, wie Skalierbarkeit, Leistungsfähigkeit und Standard-Datenmodelle, die andere Systeme nur bedingt bieten, eröffnen damit auch neue Möglichkeiten der Integration. So bettet sich Smallworld im internationalen Umfeld bereits heute in die GridOS-Plattform des Systemherstellers GE Vernova ein. Dieses offene Gesamtsystem für Versorger läuft als native Cloud-Lösung in einer Kubernetes-Umgebung und erfüllt die Anforderungen einer Zero-Trust-Sicherheit. Die Smallworld-Datenmodelle mit den erfassten Netzdaten bieten dabei die Grundlage für viele Microservices, um die Fachprozesse der Netzbetreiber passgenau zu unterstützen.

Mögliche Bausteine und Technologien zum Deployment und zur Nutzung einer Cloud-Umgebung. Je Kunde werden die Bausteine und Technologien individuell ausgewählt.
Aber auch unter der aktuellen Version 5 lässt sich das Smallworld-System bereits bei einem Cloud-Provider betreiben, um die volle Flexibilität und die hohe Verfügbarkeit einer Cloud-Architektur zu nutzen. Das schließt die Datensicherung, das Monitoring und die Steuerung der Leistungsfähigkeit mit ein. Hinter der Entscheidung für einen GIS-Betrieb in der Cloud steckt neben Sicherheitsaspekten auch eine wichtige Ressourcenfrage: Kann und möchte ich als Netzbetreiber eigenes Personal aufbauen, das sich mit der Wartung von Servern, der Konfiguration von Anwendungen, der Gewährleistung der Systemsicherheit, dem Update von Versionen bis hin zur qualitätsgesicherten Datenpflege beschäftigt? Angesichts des allgegenwärtigen Fachkräftemangels treibt diese Frage aktuell viele Netzbetreiber um. Die Unternehmen nutzen daher das Smallworld GIS bereits heute wahlweise in ihrer hauseigenen Infrastruktur, ihrer Cloud-Umgebung oder aber als Software-as-a-Service.

Das GIS wird in einer sicheren Cloud-Umgebung mit Benutzerverwaltung und Backup-Services gehostet. Die Anwender melden sich in der Cloud an und starten dort den GIS-Client. Alles spielt sich lokal in der Cloud ab und ist entsprechend sicher und performant. Die GIS-Daten liegen wahlweise in der herkömmlichen VMDS-Datenbank oder der neuen PostgreSQL-Datenbank.
Fachdatenmodelle am Puls der Zeit
Die Partner der Smallworld Alliance erweitern den Funktionsumfang und die Datenmodelle der Fachschalen kontinuierlich aufgrund aktueller Marktentwicklungen und Anforderungen aus der über 150 Mitglieder zählenden Smallworld User Group. Die so entstehenden Releases werden direkt auf Basis der zugehörigen neuen Core Version veröffentlicht. Aktuell ist Version 5.3 im Einsatz und zum Jahresende 2025 wird Core mit NRM-Release 6.0 veröffentlicht. Diese kontinuierliche Entwicklung sorgt dafür, dass neben vielen anderen Themen auch Änderungen, die im Zuge der Energiewende gefordert sind, dem Anwender schnell zur Verfügung stehen. Dazu zählen Aspekte wie ein umfassendes Daten- und Funktionsmodell zur Ladeinfrastruktur und zu Stromspeichern, die Dokumentation steuerbarer Verbrauchseinrichtungen (§14a EEG) oder von Power Line Connectoren. Hinzu kommt die Umsetzung von Verbändevorgaben wie zum Beispiel Gas/Wasser-Druckinformationen gemäß DIN EN 805 oder die Abbildung von Markt- und Messlokationen sowie Netzlokationen und Lokationsbündeln. Weitere Themen sind die Kenndatenerfassung für Wärmepumpen, die Gasbeschaffenheitsverfolgung, oder die erweiterte Abbildung von Mehrspartenhausanschlüssen.
Darüber hinaus gewinnt die 3D-Fähigkeit der Netzdaten zunehmend an Bedeutung, um Kernprozesse wie Planung und Netzausbau im Sinne eines BIM-Ansatzes (Building Information Modeling) zu unterstützen. Auch der Einsatz neuer Technologien zur erweiterten Realität (Augmented Reality „AR“) unterstreicht den immer größer werdenden Stellenwert. Die Fachschalen stellen für diese Anwendungszwecke bereits ein 3D-Punktmodell bereit, welches auch mit Version 6 erweitert wird. Es ermöglicht die Speicherung der wahren Lage bei verdrängter Darstellung und ist gemeinsam mit dem Digitalen Geländemodell Basis für die integrierte 3D-Netzdarstellung im Smallworld. Auch im Kontext der Entwässerung profitieren Anwender bereits heute von der Umstellung des Geometriemodells der Fachschale Kanal von 2½D auf 3D, um zum Beispiel moderne Lösungen zur prozessunterstützenden Bauwerksdatenmodellierung besser nutzen zu können oder die Abbildung eines digitalen Zwillings zu erreichen.
Mit der Wärmewende rückt zudem das Fernwärmenetz zunehmend in den Fokus. Dem trägt auch die vielfach eingesetzte Fachschale Fernwärme Rechnung, die mit Version 6 von einer Vielzahl neuer Funktionen und Erweiterungen profitiert. Durch die Harmonisierung von Basis-Fachschalen-Strukturen wird eine optimale Unterstützung bei der Dokumentation realisiert. Mehrsparten-Netzbetreiber profitieren von spartenübergreifend integrierten Funktionen wie dem 3D-Punktmodell oder optimierten Editor- und Katalogfunktionalitäten.
Auch die Planung, der Ausbau und die Dokumentation der Breitbandnetze wird sowohl im Smallworld Rohrmanagement als auch im Expertensystem Smallworld PNI (Physical Network Inventory) stetig weiter optimiert. Smallworld PNI ermöglicht als Primärsystem die vollständige Modellierung von Telekommunikationsnetzen – vom Verlauf der Trasse über die aktiven und passiven Netzknoten bis hinunter zur einzelnen Faserverbindung und ist damit die Basis für den effizienten Betrieb der Netze. Es unterstützt digitale Arbeitsabläufe, zum Beispiel durch die Integration mit Software für die automatisierte Planung und den Entwurf von Glasfasernetzen oder durch die Bereitstellung physikalischer Verbindungen (Bearer) für Systeme zur Verwaltung von Telekommunikationsdiensten.

Netze in 3D: Mit dem neuen Multisparten-3D-Netzmodell erhält das GIS einen neuen Blick auf die die Netze und deren Betriebsmittel.
Ein GIS-Umstieg auf Smallworld lohnt sich
Immer mehr Netzbetreiber entscheiden sich für einen Wechsel auf das Smallworld GIS mit den Standardfachschalen (NRM). Für kleine Stadtwerke bis zu überregionalen Netzbetreibern deckt das System alle fachlichen Anforderungen ab und bietet Investitionssicherheit sowohl für den kontinuierlich fortzuführenden Netzdatenbestand als auch für die IT-Landschaft insgesamt. Qualitativ hochwertige und umfassende Netzdaten im Sinne der DVGW GW 130/VDE-AR-N 4205 sind ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg in den zentralen Netzprozessen. Sie bieten Orientierung und liefern die Grundlage für Netzplanungen und Netzverträglichkeitsprüfungen, für Instandhaltungsprozesse, bei der Entstörung oder durch die Kopplung zu den kaufmännischen Systemen.